01.07.2026, ITI News
45 Studierende konnten nach erfolgreichem Abschluss ihre Diplome, die kirchlich und staatlich anerkannt sind, entgegennehmen.
Den alljährlichen Höhepunkt und Abschluss des akademischen Jahres bildete die Graduierung, die mit einem feierlichen Dankgottesdienst in der Pfarrkirche Trumau eingeläutet wurde. Als Hauptzelebrant konnte S.E. Bischof Milan Lach, Eparch von Pressburg, gewonnen werden. In Prozession ging es danach singend und betend zurück zum Schloss Trumau. Dort fand bei herrlichem Wetter unter dem Schutz der 100-jährigen Platane der eigentliche akademische Festakt unter der Leitung des Dekans der Hochschule, Prof. Michael Wladika, statt. Die Absolventen stammen dem internationalen Charakter der Hochschule entsprechend aus vielen Ländern der Welt, u.a. aus den USA, Kanada, Australien, China, Singapur, Nigeria sowie aus den Niederlanden, England, Estland, Ukraine, Slowakei, Irland, Deutschland, Spanien und Österreich.
„Kommt in Bewegung!“
In ihrer Rede versuchte die diesjährige Studentensprecherin Esther Sumich (Australien), einen Gedanken, der sie in den vergangenen drei Jahren am ITI beschäftigt hatte, zu erörtern.
„Wir Absolventen haben einen Punkt erreicht, der Bewegung verlangt. Eine Bewegung, die – so denke ich – ein Abenteuer ankündigt.“, sagte Sumich, aber Gott werde sein geliebtes Geschöpf an einem unsichtbaren Faden halten. Seine Vorsehung weise diesem durch feine innere Bewegungen den Weg, so man auf das Zucken des Fadens höre.
Sumich ermutigte ihre Kommilitonen keine Angst vor der Zukunft zu haben, „keine Missionare im Wartestand“ zu sein, sondern „das ihnen hier am ITI anvertraute geistige Erbe anzunehmen und im Vertrauen auf die göttliche Vorsehung hinauszutragen.“
„Was haben Sie hier am ITI gelernt?“
Mit dieser Frage leitete der Rektor der Hochschule, Prof. Bernhard Dolna, seine Festrede ein und führte – an die Absolventen gewandt – weiter aus:
„Sie haben Weisheit und Einsicht aus den Quellen der Lehrtradition der Kirche geschöpft und waren bereit, sich von ihr formen zu lassen. Darüber hinaus wurden Ihnen die reichen Schätze der klassischen Bildungstradition erschlossen. Nun können Sie daraus schöpfen, um Ihren eigenen Geist und Ihre Seele zu inspirieren und ebenso jene Menschen, denen Sie in Zukunft begegnen werden.“
Dem zweckorientierten Lernen des modernen Menschen stehe am ITI ein Lernen entgegen, das einzigartig sei, so Bernhard Dolna, nicht utilitaristisch, sondern heilig. „Mit Lernen meine ich nicht bloß Auswendiglernen oder Gelehrsamkeit – so wichtig diese auch sind. Ich meine den eigentlichen Akt des Studierens, das Hineingenommen-Sein in die Weisheit, so wie ein Musiker in die Musik hineingenommen ist. Diese Erfahrung des Lernens wirkt der Oberflächlichkeit und der Selbstbezogenheit entgegen. Der Sinn des gemeinsamen Eintauchens in die Lehren der großen Meister und Heiligen besteht nicht nur darin, ihren gedanklichen Gehalt zu verstehen, sondern auch ihre Gemeinschaft zu suchen. Diese Art von Scientia ist ein Geschenk und der wohl überzeugendste Beitrag, den das ITI für Kirche und Welt leisten kann.“
„Wo immer Sie leben“, sagte der Rektor, „was immer Sie studieren oder beruflich tun, die ITI-Familie, zu der Sie gehören, besteht aus Freunden, die über die ganze Welt verstreut sind – ein Netzwerk, das inzwischen den ganzen Globus umspannt und bereits viel Licht in die Welt gebracht hat. All dies ist die Frucht jener Vision, die der Heilige Papst Johannes Paul II. vor dreißig Jahren hatte.“
Abschließend lud die Hochschule die Festgemeinde zu einem gemeinsamen Abendessen und zum Ausklang fand der traditionelle Absolventenball im Festsaal der Hochschule statt.