Fulminanter Auftakt!

Präsentation der ITI-Guardini-Studien  

 

Am 4. Februar wurden in der Buchhandlung Herder (Wien) die ersten beiden Bände der Guardini-Studien unter Mitwirkung von Kardinal Christoph Schönborn, ITI-Rektor Bernhard Dolna sowie den beiden Herausgebern Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz und ITI-Dekan Michael Wladika vorgestellt. Vier Stimmen, die in das Werk Guardinis einführten und auf das fokussierten, was der „Zeitgeist“ heute aus den Augen verloren hat – auf die Wahrheit, für Guardini der Gradmesser schlechthin. 

 

Weshalb es sich lohnt, Guardini zu lesen!

Die Hochschule ITI widmet sich mit dieser Studienreihe einem der bedeutendsten Gelehrten des 20. Jahrhunderts, der von Theologie über Philosophie bis hin zu Kunst- und Kulturtheorie so vieles in sich vereint und doch das Eine nicht aus dem Blick verliert: 

Das Anliegen des Theologen muss die Heiligkeit Gottes sein. Aus der heraus kommt alle Menschlichkeit, nicht umgekehrt.“ Das Wahrnehmen dieser Heiligkeit nährt uns, erörterte Rektor Bernhard Dolna, indem er aus Guardinis Theologischen Briefen an einen Freund zitierte, die dahingehend ausgerichtet sind, den Theologen auf die eigentliche biblische Sichtweise hinzuweisen. 

 

Was ist die Sache?

„Ich nehme nur diesen einen Satz heraus, der für mich wie ein Schlüssel ist, um nicht nur das zu verstehen, was Guardini unter Philosophie und Theologie verstanden hat, sondern was auch wirklich die Aufgabe der Universität sein müsste,“ sagte em. ITI-Großkanzler Kardinal Schönborn in seinen Ausführungen und zitierte aus den Erinnerungen Guardinis: 

„Was mich aber spontan interessierte, war nicht die Frage, was einer über die christliche Wahrheit gesagt hat, sondern was wahr ist. Mich hat interessiert, was wahr ist.“ 

Diese Grundfrage, „die Guardini in die Mitte stellt“, sollte für jede Wissenschaft das Entscheidende sein, so der Kardinal. 

 

Was ist der Mensch?

Dekan Michael Wladika erörterte als einer der Herausgeber, dass diese Reihe die vielen Facetten in Guardinis Werk und vor allem auch seine Gegenwartsbedeutung verdeutlichen solle. „Bei Guardini ist die große abendländische Tradition präsent. Sein Denken hilft daher bei der Analyse und Lösung unserer Gegenwartsprobleme.“

In seinen Ausführungen griff der Dekan einige grundlegende Inhalte aus diesem Riesenwerk heraus, wie das Wesen der Liturgie, aber auch Geistesgiganten wie Nietzsche, Kafka, Rilke, Freud sowie Dostojewski und Hölderlin. In allen Zusammenhängen, Liturgie, Kultur, Christuskonzentration, der Einzelne, gehe es Guardini um das Durchdringen und Verlebendigen, so der Dekan. „Guardini nennt das katholische Weltanschauung.“

 

Im Zentrum des ersten Bandes steht Guardinis Blick auf christliche Anthropologie.

„Rein menschlich ist der Mensch gar nicht verständlich, man muss ihn nach Guardini immer vor dem Hintergrund, vor der Folie der größten Ereignisse sehen und interpretieren, also Schöpfung, Fall und Erlösung,“ betonte Dekan Wladika.

 

 

Guardini ist ergreifend.

Die Religionsphilosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz, Mit-Herausgeberin dieser Reihe, breitete in ihrem Beitrag das bewegte und faszinierende Leben und Wirken Romano Guardinis, Gegenstand des zweiten Bandes dieser Reihe, eindrücklich aus. „Ich möchte aber zunächst kurz auf seine Gestalt eingehen. Gestalt heißt eine innere Gestalt, aber auch eine Lebensgestalt. ‚Wer war Romano Guardini ?‘ – die berühmte Frage. Er hat einen unglaublichen Eindruck hinterlassen.“  

Guardini füllte sehr schnell Hörsäle und hatte berühmte Zuhörer wie Martin Huber, Hannah Arendt, Hans Urs von Balthasar und Viktor von Weizsäcker, auch viele Nicht-Katholiken zählten dazu.

 

„Nur wer Gott kennt, kennt den Menschen“, führte Gerl-Falkovitz weiter aus, „und das ist unglaublich riskant, so etwas zu sagen. Wer kennt schon Gott? Wer redet von ihm? Und wie kann man von der Gottrede auf den Menschen kommen? Guardini hat genau das gemacht. Er hat das in Berlin gemacht, er hat das noch in München gemacht. Aber genau diese Anstrengung hat die Leute in seinem Auditorium gehalten. Man muss von Gott sprechen, wenn man überhaupt zum Menschen kommen will.“

 

Die Buchhandlung Herder in der Wollzeile (Wien) war bis auf den letzten Platz gefüllt. Nach der reichhaltigen geistigen Nahrung labten sich die Gäste bei Brot und Wein.

 

Diese Buchreihe ist ein wichtiges Projekt der Hochschule Trumau, mit dem wir direkt in die Gesellschaft hineinwirken. Guardinis Schriften sind Nahrung für Geist und Seele, Bücher, die jeden von uns begeistern und bereichern.

 

Mit dem Kauf eines Buches unterstützen Sie die Hochschule und die Fortsetzung dieser Reihe. Danke!

  

 Bestellung der ersten beiden Bände:

Der Mensch – „ein Entwurf auf etwas Ungeheures hin“
Romano Guardinis Blick auf Christliche Anthropologie

 

 

Romano Guardini 
Konturen des Lebens und Spuren des Denkens